Drei Jahre mussten Fans auf einen neuen Silberling ihrer Lieblinge warten; mit „Nord Nord Ost“ veröffentlichen Subway To Sally nun ihr aktuelles Album, welches wie der Versuch einer Versöhnung mit der nach dem letzten Album „Engelskrieger“ arg zersplitterten Fangemeinschaft anmutet. Hatte „Engelskrieger“ seinerzeit durch die brachial harte Instrumentierung und den weitgehend fehlenden mittelalterlichen Einschlag so einige Anhänger der Band vor den Kopf, oder besser, vor die Ohren gestoßen besinnen sich Subway to Sally mit „Nord Nord Ost“ wieder zurück auf ihre Wurzeln.
Düster und schwermütig wie selten zuvor zelebrieren die glorreichen Sieben ihren musikalischen Reigen, der sich vornehmlich um die Themen Feuer und Eis dreht. Das Album, laut Bandaussagen die wohl aufwendigste Produktion, die es je für ein Subway-Album gab, weist eine unglaubliche Tiefe auf, die sich zum Einen aus den lyrisch anspruchsvollen Texten, zum Anderen aus den abwechslungsreichen, verspielten Arrangements ergibt. Für die zum Teil bombastischen Orchestereinlagen arbeitete die Band mit dem renommierten Filmorchester Babelsberg zusammen.
Einen Vorgeschmack auf das Album lieferte vor einiger Zeit bereits die Single „Sieben“, welche die „neue“ alte Stärke der Band nur allzu deutlich machte – die Melodieführung eingängig, aber nicht banal, mitreißende Instrumentierung und ein Refrain, bei dem kaum einer ums Mitsingen herumkommt. Diese musikalische Vielfalt im typischen Subway-Stil wird auf dem Album konsequent weitergeführt.
„Nord Nord Ost“ ist Melancholie und Spielfreude zugleich; gedankenschwere Balladen wie „Feuerkind“ und das sehnsuchtsvolle „Seemannslied“ wechseln sich ab mit Krachern wie „Schneekönigin“. Mit „Das Rätsel II“ stimmen Subway to Sally sogar eine Art „Hymne“ auf ihre Erfolge, vor allem aber auf ihre treuen Fans an – Versöhnung und ein „Auf zu neuen Ufern“ sprühen förmlich aus den Boxen.
Auch nehmen sich Subway auf diesem Album wieder Zeit für atmosphärische Parts, die maßgeblich zur Tiefe des Albums beitragen – sei es das mehrstimmige „Saraband de Noir“, mit welchem der Hörer begrüßt wird und bei dem es sich um eine abgewandelte Interpretation des Volksliedes „Stille Nacht“ handelt, oder das Instrumentalstück „74“.
Man merkt „Nord Nord Ost“ einfach das Bestreben der Band an, ein in sich geschlossenes, bewegendes Gesamtwerk zu schaffen und nicht nur eine bloße Ansammlung neuer Tracks abzuliefern. Und die lange Arbeit am Album hat sich gelohnt, denn „Nord Nord Ost“ spiegelt ohne Kompromisse die Kraft und den Spirit einer Band wider, die mit ihrem neusten Meisterwerk alte und neue Fans begeistern und dem eigenen musikalischen Schaffen ein Denkmal setzen wird.