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Corvus Corax – Venus Vina Musica- Album des Monats 07/06

PICA Music/ Soulfood




 

„Venus Vina Musica“ und der Name ist beim neuen Corvus Corax Programm. „Lust, Wein und Musik“ heißen die Zutaten für einen stimmungsvollen mittelalterlichen Abend, diese liefern die selbsternannten Könige der Spielleute mit Bravour. Nachdem CC im letzten Jahr mit der bombastischen Neuinszenierung der Carmina Burana glänzte, folgt nun wieder eine typische Reise durchs Mittelalter. Das Kernthema des Albums ist die verführerische indische Prinzessin „Sayogita“, die das unbändige Verlangen eines Spielmanns erweckt. Musikalisch und inhaltlich für die Reise der Spielleute von West nach Ost, auf ihrer Suche nach der Prinzessin. Die musikalische Reise beginnt mit einem alten Zauberspruch, gefolgt von einem Lied aus der Heimat des Spielmanns.

„Venus Vina Musica“ wird mit dem alten Zauberspruch eröffnet und endet in einer rhythmischen, durch treibende Trommeln, dominierten Melodie, dessen melancholischer Part nicht zu überhören ist.

„Sanyogita“ ist die Hymne der fernöstlichen Prinzessin. Die Melodie wirkt asiatisch und wird von Glocken und Pfeifentönen bestimmt. Dieses Stück ist ein interessanter Wechsel aus ruhigen und schnelleren Teilen, der durch kurze Gesangselemente unterbrochen wird.

„Tuska“ soll uns die Musik der Zigeuner näher bringen. Diese schnelle Nummer fährt dem Zuhörer sofort in die Beine und fordert zu einem Tanz am Lagerfeuer auf.

„Katrinka“ erinnert an den Stil der älteren CC-Lieder, mit mittlerem Tempo bietet dieses Lied eine bunte Mischung der Instrumente von Corvus Corax.

In „Tertio“ finden wir die musikalische Fortsetzung der „Katrinka“. Inhaltlich sollen beide Lieder den Spielmann zunächst in den Balkan und dann in die Bretagne zu einem Saufgelage führen.

„Bibit Aleum“ ist eine Trommelnummer, die durch den Corvus Corax eigenen Dudelsackklang untermalt wird. Auch die lädt zum Tanzen ein.

„Urmawi“ soll der Name eines arabischen Gelehrten gewesen sein, der dem Spielmann eine Melodie beigebracht hat. Diese Midtempo-Nummer bietet verschiedene arabische Melodie Elemente, die durch die Töne der Sackpfeifen eine interessante Note bekommen.

„Lamentatio Coelibatus“ heißt die Klage über die Enthaltsamkeit, die dem Spielmann von einem Pilger übermittelt worden sei.  Musikalisch dominieren hier düstere und melancholische Elemente, die gekonnt mit Chorgesang kombiniert werden. „Lamentatio Coelibatus“ ist mein persönlicher Favorit auf der neuen CD. 


Fazit:
Corvus Corax sind mal wieder neue musikalische Wege gegangen. Fremdländische Melodien und Klänge werden auf einzigartige Weise mit den historischen Instrumenten kombiniert.
Einzig der mangelnde Gesang fehlt mir ein wenig, doch die Melodien wissen zu überzeugen und bieten alles für einen Abend mit Lust, Wein und Musik.  

Tracklist:

Anti Dolores Capitis

Venus Vina Musica

Urmawi

Tuska

Qui Nous Demaine

Bibit aleum

Katrinka

Terzio

Feralis Saltare

Sanyogita

Scotus

Lamentatio Coelibatus

10  von 10 Punkten

Autor: Carsten Terres 


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