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Mera Luna Festival 2007 11. & 12. August 2007

Ein Festival mit Reddark




Als ich am Samstag gegen 10:00 Uhr morgens das Festivalgelände in Hildesheim nahe Hannover betrat, lag es schon in der Luft. Dieses Festival sollte anders werden als die der letzten verregneten oder backofenähnlichen Jahre. Die sinnflutartigen Regengüsse am Freitag sind mir erspart geblieben und so schlenderte ich dann in Richtung Eingang. Auf dem Campingplatz war rege Stimmung. Letzte mitgebrachte aufblasbare Pools wurden mit Wasser befüllt; die Imbissstände wurden auf Grund des großen Andrangs bis an ihre Kapazitätsgrenze getrieben und die Festivalbesucher strahlten eine gelassene lockere Stimmung aus. Ein kurzer Blick nach oben brachte die Erklärung. Der Himmel war zwar noch bedeckt, aber jeder konnte erkennen, dass das Thema Regen vom Tisch sein würde. Also bestes Festivalwetter - nicht zu heiß und nicht zu nass!

Des Weiteren ließ das Lineup für dieses Jahr auf einiges hoffen. Am Montag kündigten sich auf der Hauptbühne z.B. die in letzter Zeit doch sehr ins Gespräch gekommene Band „JESUS ON EXTASY“ am Vormittag an. Diese legten dann pünktlich um 12:35 Uhr los und boten dem noch nicht ganz aufgetauten Publikum eine ordentlich durchgestylte Show. Kurz danach knallten „FAIR TO MIDLAND“, auf welche ich sehr gespannt war, den dort für die Tageszeit schon sehr zahlreich erschienenden Schwarzträgern im Hangar ein heftiges Brett um die Ohren. Die Texaner um Frontmann Darroh Sudderth legten los, als wenn es kein Morgen mehr gäbe. Darroh Sudderth nutze jeden Kubikmillimeter der Bühne für seine explosive Bühnenshow aus.

Als „COVENANT“ aus Schweden später die Hauptbühne betraten war die Menge nicht nur in voller Besetzung vor der Bühne erschienen, sondern bereits auch in guter Festivallaune. Die Schweden ließen sich dann auch nicht lumpen und boten den Fans mit kraftvollen Beats und abgeklärter Bühnenperformance eine sehr sehenswerte Show. Hiernach eigentlich zu einer Pause verleitet schlenderte ich an der Hauptbühne vorbei, wo die aus Japan angereiste Band „DIR EN GREY“ dem Publikum auf der Hauptbühne zeigte, was japanischer Hardcore bedeutet. Von dieser Band werden wir in Zukunft noch wesentlich mehr hören; das scheint mir sicher. Mit Schandmaul wurden die Gemüter dann wieder ein wenig beruhigt und das Publikum wechselte ein wenig. Jedoch als sich dann bei mittlerweile vollkommen dunklem Himmel „TOOL“ auf die Hauptbühne begab, war dieser Festivaltag perfekt. Die ausgearbeitete Videoshow und Bühnenperformance der Band aus Los Angeles war, gelinde gesagt, galaktisch. Nicht nur, dass es jetzt kaum noch Festivalbesucher auf dem Zeltgelände hielt und die Fans in voller Stärke angetreten waren, diese feierten die Band auch frenetisch bis nach dem letzten Song.

Dieser Abschluss des ersten Tages lies auf den nächsten Tag hoffen, insbesondere, da die Meteorologen für Sonntag nichts weniger als blauesten Himmel und Dauersonnenschein ankündigten.


Am zweiten Tag schien die Sonne, wie erwartet, dann auch den ganzen Tag über ohne Unterlass. Mit anderen Worten, bestes Festivalwetter.... kein Matsch, keine feststeckenden Autos, wo nur noch ein Trecker hilft, keine gefluteten Zelte oder ähnliches.

Die Stimmung war demnach noch besser als am Samstag und es schickte sich an ein fantastischer Tag zu werden.

Die erste Band, welche ich mir auf der Hauptbühne ansah, waren die „CRÜXSHADDOWS“ aus Tallahassee, Florida. Diese Band beeindruckte mit einer ordentlichen Portion Elektro, gemischt mit mittelalterlichen Klängen von z.B. Geigen.

Hiernach reithen sich drei weitere sehr sehenswerte Gig´s aneinander. Um 16.15 Uhr rockten „THE 69 EYES“ aus Helsinki die Bühne und verwöhnten den Hörer mit feinstem Goth`n Roll, was aber nur eine Einstimung auf das war was dann kam. „SKINNY PUPPY“ ließ Blut in Massen fließen und stemmte eine sehr beachtliche Bühnenkoreografie, welche wieder einmal nicht nur das Ohr sondern auch das Auge begeisterte. Hier flossen Songtexte und Bühnenbild zu einer untrennbaren Einheit zusammen.

Mann kam jetzt aber nicht zur Ruhe; im Gegenteil, der Stilbruch hätte kaum größer sein können, denn jetzt kamen Alexander Veljanov und Ernst Horn von „DEINE LAKEIEN“ auf die Bühne, welche auf ihrer Orchester-Tournee vor dem M´ERA LUNA natürlich nicht halt machten. Sie wurden von der „NEUEN PHILHAMONIE FRANKFURT“ begleitet und zeigten, dass auch Klassik immer noch einen hohen Stellenwert in der Szene hat. Dieses Konzert war eines der besten, welches ich in der letzten Zeit gesehen habe. Ich kam mit schon sehr hohen Erwartungen, welche jedoch bei Weitem übertroffen wurden. Dieses scheinen auch die rund 20.000 Fans vor der Bühne so gesehen haben, da die Hände selten unten waren und der Beifall kaum abebbte, welches in dieser Szene wirklich ein Zeichen von Anerkennung darstellt.

Abschließend zu bemerken ist, dass wieder einmal so gut wie keine Vorkommnisse wie z.B. Schlägereien oder Pöbeleien bekannt wurden. Im Gegensatz zu anderen Festivals gefällt mir, dass das M´ERA LUNA und seine Besucher immer wieder durch ihre Freundlichkeit, Ausgeglichenheit und Friedfertigkeit hervorheben, welche nicht zu Letzt allein dadurch gekennzeichnet ist, dass wenn man direkt vorne an die Hauptbühne gelangen will, auch durchgelassen wird und hier keine kindischen Revierkämpfe um den geheiligten halben Quadratmeter ausgefochten werden.

Und somit endete ein wunderschönes M´ERA LUNA 2007 für mich und in diesem Moment war klar, das auch Backofenhitze, Sinnflutregen, Sturm oder Hagel mich auch nächstes Jahr nicht hindern werden diesem Festival meine Aufwartung zu machen.

 

Autor: Reddark Goodwill


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