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M'ERA LUNA

Das Festival der Sonderklasse

Beiträge zum Mera Luna 2007:

Berichte:

Bericht von Des
Bericht von Reddark
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Alle Mera Luna 2007 Fotos

Videos:

http://www.myspace.com/schwarzeseiten

Das MERA LUNA Festival - Eine Retrospektive

Es ist an der Zeit zusammenzufassen, was eine einzige Veranstaltung bedeuten kann. Es fängt an mit dem Niedergang der Musikindustrie, also in einer Zeit, wo sich erhebliche Umsatzeinbußen am Horizont der Musikhändler ankündigten und das Wort Newcomer plötzlich nichts Gutes mehr bedeuten konnte. Zeitgleich existiert in Deutschland eine immer größer werdende Independent Szene, die auf den ersten Blick beschaulich wirkt. Rock, Punk, Wave, Mittelalter, Industrial, Electro, Metal, EBM, Future Pop, Indie, Garage, Powernoise usw., um nur einige Richtungen zu nennen, werden plötzlich zu Etwas, dass gerne mit dem Wort „Schwarze Szene“ definiert wird.



Die Speerspitze dieser Kultur ist wohl in den 80er Jahren zu finden und erstrahlt jetzt wieder in einem zum Teil völlig neuem Licht. Diverse Fachzeitungen berichten über die neusten Trends und Entwicklungen, rezensieren Tonträger von neuen oder alten Bandformationen
und letztendlich entwickelte sich aus diesem Underground ein sehr lukrativer Markt für alle Beteiligten.







Hier gibt es eine feine Linie, die sich durch die entstandene Kultur zieht, die einen empfinden die Kommerzialisierung der Szene als Wurzel allen Übels. Doch speziell die neue Generation von Fans lässt die Gothicszene wachsen und hat dazu geführt, dass ein öffentliches Interesse geweckt wird. In diesem Kontext möchte ich das Mera Luna Festival einmal beleuchten.


Die Schwarzen Seiten blicken zurück auf eine langjährige Zusammenarbeit mit dem Konzertveranstalter FKP Scorpio. Es ist uns dadurch möglich, die letzten Jahre einmal Revue passieren zu lassen. Als das Mera Luna Festival 2000 aus der Taufe gehoben wurde, konnte noch niemand ahnen, wie erfolgreich die Präsentation sein würde. Da schon andere Festivals auf dem Gelände durchgeführt wurden, die jedoch mehr den Charakter eines „Szenetreffs“ hatten, schien jetzt etwas Größeres in Planung zu sein. Wir waren damals sehr aufgeregt, wollten unsere bestmögliche Berichterstattung zeigen. Und allein das Line-up sollte uns das Fürchten lehren. Alles was Rang und Namen hat, spielte plötzlich an einem einzigen Ort und auf zwei Bühnen komprimiert. Die Fields of the Nephilim Reunion, HIM, die neue Mega-Band mit ihrem Hit „Join Me“, Project Pitchfork die absoluten Szene-Lieblinge, die Helden schlechthin The Sisters of Mercy, Anne Clark, The Mission, And One, Phillip Boa & The Voodoo Club und nicht zuletzt Tiamat.






Wir dachten, uns trifft der Schlag. Denn eine bessere Auswahl der Bands hatte es wohl noch nie gegeben. Und das war nur der Anfang. Mit der Zeit schaffte es der Veranstalter, den hohen Standart zu halten und in den kommenden Jahren immer noch eins draufzulegen. Mera Luna 2001 die legendäre Marilyn Manson Show, das war großes Kino. So eine aufwändige Show mit so vielen Kleinigkeiten, die ein Herr Manson braucht, um überhaupt einen Auftritt zu spielen – und trotzdem ein Wahnsinns-Erfolg. Wolfsheim brachte eine spektakuläre Lichtshow und niemand ahnte, was 2004 nach ihrem Erfolgsalbum „Casting Shadows“ folgen sollte.
So beweist FKP Scorpio immer wieder, dass eine Aura des Erfolges von den auf dem Mera Luna spielenden Bands ausgeht und absolute Trendsetter das Programm gestalten.




So war 2002 auch das erste Jahr von Within Temptation auf dem Mera Luna. Mit spektakulären Bühnenaufbauten und mit der unglaublich sympathischen Sängerin Sharon den Adel braucht man kein Abitur, um zu sehen, dass diese Band Großes vorhatte. Auch The Sisters of Mercy schienen verzückt von dem neuen Forum Mera Luna und gaben ein erneutes Gastspiel. Dieser Abend auf dem Festival muss Mastermind Andrew Eldritch an seine Stadiontouren anfangs der 90er erinnert haben. Auch HIM waren wieder dabei, sowie Marc Almond, der mit Soft Cell die Gemüter erregte.









Ab 2002 wurde klar, dass mit dem Mera Luna ein internationaler Querschnitt der Szene geschaffen wurde. Alle Bereiche der Independent Musik bekamen hier die Chance, auf ein großes Publikum zu treffen. Wie kometenhaft der Aufstieg mancher Bands zu bewundern ist, bleibt für uns ein Zeichen, dass die guten Zeiten der Musikindustrie keineswegs für immer vorbei sind. Die besten Beispiele hierfür sind Bands, die sehr klein angefangen haben, wie z. B. Zeraphine, The 69 Eyes, L´ame Immortelle, Welle Erdball, The Crüxshadows, Xandria und natürlich allen vorran Oomph! und In Extremo. Es wäre natürlich falsch, zu sagen, das Mera Luna wäre für all dies verantwortlich. Aber es ist schön, zu sehen, wie der Erfolg dieser Bands anhand einer Veranstaltung Gestalt annehmen kann.


Das Jahr 2002 brachte mir persönlich auch ein ganz besonderes Erlebnis, als ich einen Abstecher zum Southside Festival in den Süden Deutschlands unternahm, um mir New Order anzusehen. Da steht Bernard Sumner vor 20000 Hippies und sagt: „The next Song is Love will tear us apart, it’s a Joy Division Song…….we are Joy Division.” Mann, das war wie ein Schlag in die Weichteile, denn eigentlich hat niemand da Vorort realisiert, was der Mensch gerade gesagt hat. Würde New Order auf dem Mera Luna spielen, dann wäre bei so einem Spruch wohl der Teufel los.

Mera Luna 2003, ganz im Zeichen von internationalen Superstars wie Nightwish und Placebo, bescherte uns den heißesten Tag Deutschlands. Das Team der Schwarzen Seiten hatte dieses Jahr zusammen mit Kollegen fast das komplette Festivalprogramm für die Sonic Seducer Heftbeilage auf Video aufgezeichnet. Fünf Kameras pro Bühne inklusive Kamerakran bedeuten eine Menge Arbeit. Hier war es auch, wo wir uns 100 % auf den Veranstalter verlassen konnten. Jede Band spielt akribisch genau nach Zeitplan und die Versorgung mit Wasser lief reibungslos, immerhin brauchte man pro Person am Tag schon eine Menge Wasser, um nicht auszutrocknen und überhaupt arbeiten zu können. Auch Deine Lakeien spielten eine super Show und zwar zur eigentlich besten Zeit, die man als Band haben kann. Auf der Hauptbühne im Sonnenuntergang ist das beste Licht und die beste Atmosphäre überhaupt.


Chris Pohl
konnte dieses Jahr gleich mit zwei Projekten, nämlich Terminal Choice und Blutengel auftreten. Angenehme Überraschungen gab es auch mit der Bielefelder Band Xandria und The Breath of Life, die hier ihr Mera Luna Debüt spielten. So manchen alten Fan ließen Camouflage das Herz in die Hose rutschen als „Love is Shield“ noch einmal von einer großen Bühne schallte.





Im folgenden Jahr 2004 sollte das Mera Luna ganz klar von deutschsprachigen Bands dominiert werden. Wolfsheim und Lacrimosa als Headliner, In Extremo, Samsas Traum, ASP, Umbra et Imago und Rotersand zeigten hier, wie die Zukunft der deutschen Bands aussehen kann. Nicht zu vergessen der Auftritt von Oomph!, der die Menge so richtig zum kochen brachte. Auch ganz groß war die Show von The Fair Sex. Myk Jung gab alles und zeigte dabei seine Zähne, denn was diese Band nach all den Jahren zu bieten hat, erscheint immer noch taufrisch und lebendig. Faith and the Muse sorgten hier auf jeden Fall für Aufsehen mit einer spitzen Gitarrenarbeit von William Faith. Es gab sogar alte Christian Death Songs zu hören, das hat den Besuchern gefallen.


Der Knüller sollte 2005 folgen: Skinny Puppy, die Industrial Pioniere. Das allein war den meisten Leuten schon ein Besuch wert. Die allgemein bekannte Tatsache, dass eine Menge Blut auf der Bühne fließen würde, sollte wieder einmal bestätigt werden. Abstrus, widerlich aber genial. Die Show war um einiges größer und prächtiger als bei allen vorherigen Gigs in Deutschland, der Sound einfach bombastisch.








Mein erster Gedanke – ach The Sisters of Mercy sind auch wieder da – war völlig fehl am Platz. Die Band hat anscheinend zu alter Größe zurückgefunden. Anstelle einer im Nebel versunkenen Show mit schemenhaft zu erkennenden Protagonisten zu veranstalten, gab es auf der Bühne Andrew Eldritch mit kahl geschorenen Kopf in schwarzem Leder und alle konnten ihn sehen. Wie entfesselt gab sich die Band, hungrig und wild.
Ein Meer kreischender Mädchen bei The 69 Eyes, und eine Menge stampfender Beats sollten das Mera Luna 2005 prägen. The Klinik, Hocico und VNV Nation, da braucht man gar nichts mehr zu sagen.
Die Kanadier The Birthday Massacre zeigten uns, dass auch in fernen Landen die Gothicszene lebt. Sie sind jung, charmant und machen gute Musik. Außerdem war es soundtechnisch erste Klasse, was wir da zu hören bekamen.


Nun muss ich noch einmal tief Luft holen und mich auf das kommende Mera Luna 2006, was am 12.08.06 u. 13.08.06 diesen Sommer stattfindet, konzentrieren. Was lese ich da im Lineup: Bauhaus? Ein paar Luftsprünge später realisiert man, dass es nicht zu schön ist, um wahr zu sein. Nach diversen Solo Ausflügen von Peter Murphy, die allesamt bestimmt sehr zu empfehlen sind, gibt es jetzt wieder das Original. Nachdem die Pressemeldungen über zwei Shows in Köln und Berlin eintrudelten, jetzt die Überraschung: Auf einem großen Festival wie dem Mera Luna können sich tausende Fans ein Bild davon machen, was ihre Helden von damals denn heute so drauf haben. Wenn ein neues Studioalbum ansteht, müssen wir ja bald die Wahrheit wissen.


Weiter geht’s mit Ministry, welche nach dem öffentlichen Angriff auf Präsident Bush zu alter Popularität zurückgefunden haben. Zwischendurch waren sie sogar für einen Grammy nominiert. Ihre neue Scheibe „Houses of the Mole“ scheint wieder so richtig zu rocken und deshalb dürfen wir uns auch live auf die alten Psalm 69 Hits freuen.
Die Deathstars wollen es diesmal wissen. Die Sprüche, das neue Album wäre ein Erlebnis, wie diverse Drogen von dem Sarg von Marilyn Monroe zu schnupfen, sind zwar sehr peinlich, aber man kann erwarten, dass der freche Stil ihrer Musik die Menge zum toben bringt.



Die Abräumer schlechthin sind ja wohl APOPTYGMA BERZERK mit ihrer Single „Shineon“. Es ist zu erwarten, dass es einen massiven Zulauf von Fans im Mera Luna Publikum geben wird, die das Festival zum ersten Mal besuchen, denn die Norweger haben viele Hits auf Lager.
Die In Extremo Erfolgsstory geht weiter mit der Nominierung für den Musikpreis Echo und Platz vier in den Media Contol Album Charts.

Die Krupps
passen auf das Festival wie die Faust aufs Auge. Die Maschinen-Helden von einst sind zurück. Nach ihrer Clubtour 2005 sind die Musikpioniere erneut live zu genießen.

Nitzer Ebb
kann als Headliner richtig auftrumpfen. Ich spüre jetzt schon die harten Beats mit den quasi explodierenden Vocals. Der von Nitzer Ebb Anfang der 90er geprägte Style sollte Möchte-Gern-Acts wie Scooter eigentlich für immer beerdigen.



Für alle Chris Pohl Fans gibt es jetzt wieder das Doppelpack Blutengel/Terminal Choice zu bewundern. Die absoluten Publikumslieblinge ASP sind auch wieder dabei.



Die Girls under Glass stecken gerade in der Produktion ihrer neuen Live-DVD, und wer sich schon einmal ein Bild machen will von der neu gefundenen Power der Band, sollte sich das nicht entgehen lassen.
Auf MONA MUR feat. ST.CLAIRE sollten wir uns freuen. Die Punk/Wave Ikone ist zurück mit dem neuen Album „Into your Eye“ und ist seit langem wieder live zu bewundern.




Der Tourkalender von The Gathering ist schon spektakulär. Am Ende ihrer Welttournee, Mexico, USA, Canada, Schweiz, Frankreich und Italien, kommen sie nach Hildesheim, um erneut auf dem Mera Luna 2006 zu spielen, da kann man gespannt sein, was die Band so alles mitbringt.




Ihr könnt euch das aktuelle Lineup zum Mera Luna 2006 hier http://www.fkpscorpio.com/meraluna/festival_programm.asp anschauen.

So erfolgreich wie die Gothicszene sich in den letzten Jahren in der Öffentlichkeit präsentiert hat, stehen uns bestimmt in Zukunft noch einige Überraschungen ins Haus. Jede drittklassige Band trägt heute schon Mascara um die Augen. Modetrends und Fashionshows sind dominiert von schwarzen Outfits und düsteren Kulissen. Wer jedoch bei all diesem Style-Chaos authentische Musik hören möchte, sollte öfter auf Festivals gehen. So können wir nur hoffen, dass uns das Mera Luna noch lange erhalten bleibt.



Abschließend möchte ich darauf hinweisen das die Schwarzen Seiten natürlich wieder Videointerviews, Berichte und Fotos für euch erstellen werden um auch alle, die keine Karte mehr bekommen können, mit Infos rund ums Festival zu versorgen.

- Romeo






 

  

Die Bildergallerie zu diesem Beitrag findet ihr [HIER]





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